Menu

Minimale Raspbian Installation

Raspbian ist eine auf Debian basierende Distribution für den Raspberry Pi. Anders als bei Debian hat man während der Installation allerdings keine Möglichkeit, Pakete die man nicht benötigt abzuwählen. Es wird eine volle Desktopumgebung inklusive graphischer Benutzeroberfläche und Programmen installiert. Möchte man den Pi als kleinen Server benutzen, werden so Ressourcen sinnlos verschwendet. Auf der Suche nach einer einfachen Möglichkeit für eine Minimalinstallation stieß ich auf den Raspbian Netinstaller. Der Installer unterstütz den Raspberry Pi Model 1B, Model 1B+ sowie Model 2B und benötigt mindestens eine 512 MB SD Karte. Ich empfehle die Installtion über eine LAN Verbindung druchzuführen. Für WLAN gibt es zwar auch Ansätze, ob diese funktionieren kann ich allerdings nicht sagen.

SD Karte vorbereiten

Als erstest muss das aktuelle Image heruntergeladen werden. Bevor man den Installer auf die SD Karte schreiben kann muss man die Karte mit dem PC verbinden und den Namen herausfinden. Am einfachsten geht das unter Linux mit dem Befehl lsblk. Sucht euch aus der Auflistung eure SD Karte heraus und ersetzt bei allen folgenden Anweisungen /dev/sdX durch den Namen eurer Karte.

  1. lsblk
  2. NAME   MAJ:MIN RM   SIZE RO TYPE MOUNTPOINT
  3. sda      8:0    0 465,8G  0 disk
  4. ├─sda1   8:1    0   500M  0 part
  5. ├─sda2   8:2    0 165,3G  0 part
  6. ├─sda3   8:3    0   3,8G  0 part
  7. ├─sda4   8:4    0     1K  0 part
  8. └─sda5   8:5    0 296,2G  0 part /

Anschließend wechselt man mit su zu root und schreibt mit folgendem Befehl das Image auf die SD Karte. Den Pfad zum Image müsst ihr gegebenenfalls anpassen.

  1. xzcat ~/raspbian-ua-netinst-*.img.xz > /dev/sdX

Installer anpassen

Die Installation kann man relativ einfach über die Datei installer-config.txt auf die eigenen Bedürfnisse anpassen. Über dem Parameter preset lassen sich Standardsätze wählen, die unterschiedliche Programme mit installieren. preset=server beinhaltet neben der Basisinstallation nur NTP und OpenSSH. Die Datei muss auf der SD-Karte noch angelegt werden, und kann dann beispielsweise so aussehen:

  1. preset=server
  2. release=jessie
  3. hostname=raspberry
  4. domainname=example.tld
  5. ip_addr=0.0.0.0
  6. ip_netmask=255.255.255.0
  7. ip_broadcast=0.0.0.0
  8. ip_gateway=0.0.0.0
  9. ip_nameservers=0.0.0.0

Anschließend kann man die SD Karte entfernen und in den Raspberry Pi stecken. Sobald man den Raspberry mit dem Netzteil verbindet startet automatisch die Installation.

Nach der Installation

Nach der Installtion sollten noch ein paar Sache gemacht werden

  1. Neues root Passwort setzen: passwd (oder per rootpw in der installer-config.txt)
  2. Standorteinstellungen festlegen: dpkg-reconfigure locales
  3. Zeitzone einstellen: dpkg-reconfigure tzdata

Optionale Einstellungen:

  1. Optimierung der Speicherverwaltung: apt install raspi-copies-and-fills
  2. Swap Partition anlegen: dd if=/dev/zero of=/swap bs=1M count=512 && mkswap /swap (Beispiel 512 MB=
  3. Swap automantisch mounten (/etc/fstab): echo "/swap none swap sw 0 0" >> /etc/fstab
  4. Hardware Zufallszahlengenerator aktivieren:  apt install rng-tools und bcm2708-rng (Kernelmodul) zu /etc/modules hinzugügen
  5. Pakete installieren: apt install nano apt-utils sudo

Euch hat der Beitrag gefallen, ihr habt Fragen oder Anregungen? Hinterlasst mir einen Kommentar oder diskutiert im OSBN-Chat.

Kommentare

Linear Verschachtelt
Alexander Kirsch

Alexander Kirsch

Schau Dir mal https://www.raspberrypi.org/downloads/raspbian/ an. Dort findest Du auch eine Lite Version von Raspbian die ohne X Desktop usw. installiert wird.

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.
Die Formatierung der Kommentare ist über Markdown möglich.
Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.
Gravatar Autoren-Bilder werden unterstützt.
Markdown-Formatierung erlaubt