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Erfahrungen mit dem Atom Editor

Atom ist ein open source Editor auf der Basis von Electron und ist plattformübergreifend verfügbar. Der Editor wird von GitHub entwickelt und kann fast vollständig an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Über den integrierten Paketmanager apm können eine Vielzahl an verfügbaren Add-Ons und Themes installiert werden.

Ich hatte Atom vor ein paar Jahren schonmal kurz im Einsatz, war aber nicht sonderlich überzeugt. Gerade die Performace und Ladezeiten beim öffnen waren nicht sonderlich berauschend. Seitdem ist etwas Zeit ins Land gegangen und ich wollte dem Editor nochmal eine Chance geben. Ich habe Atom für ein Webprojekt genutzt und muss sagen es hat sich einiges getan. Die Performance ist nach meinem Empfinden deutlich besser geworden und auch die Anzahl an Plugins ist seit dem letzten Einsatz deutlich gestiegen. Gerade die Möglichkeit den Editor nach eigenen Wünschen zu erweitern und anzupassen hat einen gewissen Charme. Dadurch kann der persönliche Workflow weitestgehend abgebildet werden, was das arbeiten durchaus angenehm macht.

Ich habe hier eine Liste der von mir verwendetet Plugins zusammengestellt:
  • atom-beautify
    Plugin zum Refactoring des Quellcodes für viele Programmiersprachen wie bspw. HTML, CSS, JavaScript, PHP, Python oder Ruby.
  • autocomplete-paths
    Autovervollständigung von Pfadangaben. Hat man in einem Projekt große Ordnerstrukturen kann das sehr hilfreich sein.
  • color-picker
    Integration eines Color Pickers.
  • css-clean
    Zusätzlich zur Formatierung von CSS-Dateien werden CSS-Parameter sortiert. Das erleichtert den Überblick in diesen Dateien.
  • emmet
    emmet ist mittlerweile einer meiner Lieblingsplugins erfordert allerdings etwas Einarbeitung. Mithilfe einer Art markup können komplexe HTML-Konstrukte durch eine eine einzige Zeile generiert werden.
  • file-icons
    Zeigt vor jeder Datei den Typ durch ein passendes Icon an. Das verbessert den Überlick in der Baumnavigation.
  • git-plus
    Git-Integration ohne ein Terminal zu benötigen.
  • highlight-selected
    Hebt das markierte Wort an anderen stellen in der Datei hervor.
  • linter
    linter kann Syntaxfehler für die meisten Programmiersprachen erkennen und virtualisieren.
  • minimap
    Stellt eine map dar ähnlich wie beim Editor SublimeText.
  • pigments
    Hinterlegt definierte Farbcodes direkt mit der passenden Farbe.
  • rest-client
    Einfacher rest-client.
  • todo-show
    Findet alle Kommentare mit TODO, FIXME, CHANGED etc. und stellt diese in einer Liste dar.

Die Erweiterung mit Plugins ist super und viele von mir verwendete Plugins steigern tatsächlich meine Produktivität. Allerdings ist es bei alles Plugin-Systemen das gleiche. Es gibt gute und es gibt schlecht Plugins. Einige Entwickler supporten ihre Plugins sehr gut, passen diese auf neue Atom-Versionen an und reagieren auf Probleme der Nutzer. Schaut man sich aber die Änderungshistorie einiger Plugins an sind diese seit Monaten verwaist. Das führt natürlich dazu, dass man oftmals länger nach einen für den Anwendungsfall passenden und vor allem funktionierenden Plugin suchen muss. Wer Zeit und Lust hat kann sich natürlich seine Plugins auch selber schreiben oder defekte Plugins fixen.

Was derzeit auch noch etwas stört ist der Punkt, dass sich der Editor unter Linux nicht automatisch aktualisieren lässt. Im Moment muss für jede neue Version das Paket von der Webseite heruntergeladen und installiert werden.

Unterm Strich werde ich Atom in nächster Zeit wohl öfters nutzen. Gerade für Scripting-Sprachen wie JavaScript, Python oder Ruby gefällt er mir richtig gut. Für komplexere Java-Projekte verwende ich aber weiterhin lieber eine richtige IDE.

Benutzt ihr Atom? Wie sind eure Erfahrungen und welche Plugins habt ihr im Einsatz?

Euch hat der Beitrag gefallen, ihr habt Fragen oder Anregungen? Hinterlasst mir einen Kommentar oder diskutiert im OSBN-Chat.

Kommentare

Linear Verschachtelt
tux.

tux.

Ich bleibe bei Emacs. ;-)

Atom habe ich mir "früher", als der Hype losging, auch mal angesehen. Sicherheitstechnisch ist das Ding eine Katastrophe, Ein Texteditor auf der Basis einer Browserengine, die bekanntlich der angreifbarste Teil auf einem Rechner ist? Warum sollte ich das wollen?

Robert Kaussow

Emacs kannte ich bis jetzt noch nicht. Danke für den Hinweis, sieht gut aus muss ich mir mal anschauen. Aus sicherheitssicht kann ich deine Bedenken verstehen. Allerdings sind alles Systeme mit Plugins "problematisch" da natürlich auch Malware in diesen enthalten sein kann.

tux.

tux.

Also mein Emacs ist nicht über Malvertising angreifbar, schon, weil es zwar einen Webbrowser hat, aber kein JavaScript.

(Emacs 25.1 kann allerdings ein Webkit einbinden, dann wird es wieder problematisch - dieser Webkit kommt aber nicht an die Emacs-Interna ran.)

Robert Kaussow

Schon aber installierbare Plugins können doch theoretisch die Sicherheit minimieren wenn der Code des Plugins Malware enthält oder nicht? Möglich wäre es eventuell Atom mit Firejail zu betreiben und vom Betriebssystem zu kapseln.

tux.

tux.

Atom leidet stark unter dem Sprache gewordenen Designproblem namens Javascript. Ich habe 2015 mal spaßeshalber was in Electron geschrieben, mir blutet immer noch der Kopf innendrin.

In Emacs Lisp geschriebene Malware hätte schlicht nicht die Rechte, um irgendwas auf dem Rechner anzustellen, weil Emacs eine geschlossene Laufzeitumgebung (eine Art virtualisierte Lispmaschine eben) ist. Wenn ich meinen Texteditor erst einkapseln muss, damit ich ihn halbwegs angstfrei überhaupt starten kann, läuft irgendwas gewaltig schief.

Nicht, dass ich Atom gar nicht mögen würde. Ich mag das Design. Nur war Sublime Text mit dem Design schon um einiges früher dran... ;-)

tux.

tux.

(Korrektur für mich selbst: Rein theoretisch könnte Emacs-Malware irgendwelche Dateien löschen, weil Emacs das auch kann.)

tux.

tux.

Oh, und: Ein Texteditor, der mal eben knapp 100 MiB groß ist, hat noch ganz andere Probleme. Wieso zum hl. Henker sollte irgendwer das für eine gute Idee halten? Emacs ist derzeit ca. halb so groß und kann ab Werk schon deutlich mehr.

Lioman

Lioman

Der Vorteil von einem auf Webtechnologien Editor ist, dass Web-Entwickler diesen, falls mal eine Funktion oder Plugin fehlt, selbst erweitern können.
Zudem laufen ist atom.io plattformübergreifend einsetzbar. Ich persönlich bin eher bei vim hängen geblieben, wenn es um editieren von Dateien geht.
Ansonsten ist, gerade wenn man mit TypeScript arbeiten muss, Visual Studio Code von Microsoft gut geeignet. Ist tatsächlich Open Source und ist (gefühlt) schneller als atom.io (obwohl es auf den gleichen Technologien basiert)

Robert Kaussow

Hi,
VS Code hatte ich tatsächlich nicht mehr auf dem Schirm danke für die Erinnerung :-) Ich habs mir mal angeschaut und finde die Grundausstattung deutlich angenehmer als von Atom. Allerdings vermisse ich eine (für mich) wichtige Funktion in VS Code. Derzeit ist es anscheinend nicht möglich mehrere Projektordner innerhalb des selben Fensters öffnen. Finde ich sehr schade... Bei der Performance kann ich zwischen den beiden keinen großen Unterschied feststellen.

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